Albert Kratzel legt in alles was er tut sein Herz. Bild: Privat
Seit seiner Kindheit gehört die Ipfmesse zu Albert Kratzels Leben. Der Schloßberger war nicht nur jahrzehntelang treuer Besucher, sondern stand auch selbst auf der Bühne des Festzelts. Heute, kurz vor seinem 77. Geburtstag, blickt er auf mehr als sieben Jahrzehnte voller Erinnerungen zurück – und verrät, warum die Ipfmesse für ihn bis heute „fast wie Weihnachten“ ist.
„Die Ipfmesse ist für mich fast wie Weihnachten“ – Albert Kratzel verbindet mit dem Volksfest ein ganzes Leben voller Erinnerungen
Bopfingen-Schloßberg. Wenn Albert Kratzel über die Ipfmesse spricht, merkt man schnell: Für ihn ist das traditionsreiche Volksfest weit mehr als ein Termin im Kalender. Es ist ein Stück Heimat, ein Treffpunkt für Freunde – und ein Ort, an dem sich fast sein ganzes Leben widerspiegelt.
„Die Ipfmesse ist für mich fast wie Weihnachten“, sagt der Schloßberger. Ein Satz, der zunächst überrascht, aber seine tiefe Verbundenheit mit dem Fest wohl kaum besser beschreiben könnte.
Schon als kleiner Bub war die Ipfmesse für ihn der Höhepunkt des Jahres. Wenn die Schausteller ihre Fahrgeschäfte aufbauten und auf dem Festplatz langsam Leben einkehrte, stieg die Vorfreude von Tag zu Tag. Diese Begeisterung hat ihn nie verlassen.
Heute blickt der bald 77-Jährige auf mehr als sieben Jahrzehnte Ipfmesse zurück. Aus den unbeschwerten Kindheitserinnerungen sind im Laufe der Zeit wertvolle Lebenserinnerungen geworden.
„Ich verbinde viele Erinnerungen mit der Ipfmesse“, erzählt Kratzel. „Früher freute man sich auf die Fahrgeschäfte. Heute freut man sich vor allem darauf, Menschen wiederzusehen.“
Für ihn ist die Ipfmesse vor allem eines: ein Ort der Begegnung. Jahr für Jahr trifft man dort Freunde, Bekannte und Weggefährten – manche nur einmal im Jahr, aber dennoch so selbstverständlich, als hätte man sich erst gestern gesehen.
Albert Kratzel kennt die Ipfmesse aber nicht nur als Besucher. Musik spielte in seinem Leben schon früh eine wichtige Rolle. Mit Bands wie The Rangers, Los Albatros, The Kilroys und später Last Edition stand er viele Jahre auf der Bühne. Ende der 1980er-Jahre erfüllte er sich mit der Schlager-Single „Schön wie ein Traum“ einen persönlichen Traum. Jahre später durfte er schließlich auch im Festzelt der Ipfmesse auftreten – ein Heimspiel, das ihm bis heute in besonderer Erinnerung geblieben ist.
Wer ihm zuhört, merkt schnell, dass er den Veränderungen der Zeit mit Gelassenheit begegnet. Sein persönliches Lebensmotto lautet:
„Lange zuhören und dann erst reden.“
Vielleicht ist es genau diese Haltung, die seinen Blick auf die Ipfmesse geprägt hat.
Denn mit den Jahren verändern sich nicht nur die Fahrgeschäfte und das Festprogramm, sondern auch die Menschen.
„Die Zeit vergeht. Viele, die man über die vielen Jahre auf der Ipfmesse getroffen hat, sind auf einmal nicht mehr unter uns.“
Es sind nachdenkliche Worte, die viele ältere Besucher nachvollziehen können. Wo früher alte Freunde und Bekannte selbstverständlich zum jährlichen Wiedersehen gehörten, bleiben heute oft nur die Erinnerungen.
Dennoch ĂĽberwiegt bei Albert Kratzel die Freude.
„Für die jungen Leute beginnt das Leben und die Freude auf der Ipfmesse. Uns Älteren bleiben viele Erinnerungen.“
Gerade diese Verbindung der Generationen macht für ihn den besonderen Reiz des Volksfestes aus. Während Kinder und Jugendliche neue Erinnerungen sammeln, blicken viele Ältere auf Jahrzehnte gemeinsamer Erlebnisse zurück.
Deshalb freut sich Albert Kratzel jedes Jahr aufs Neue auf den Beginn der Ipfmesse.
Nicht selbstverständlich, wie er selbst sagt.
„Wer weiß, wie viele Ipfmessen ich noch erleben darf. Deshalb freue ich mich über jedes Jahr, das hinzukommt.“
Ein Satz, der zeigt, wie eng ein Menschenleben und ein Volksfest miteinander verbunden sein können. Für die einen beginnt auf der Ipfmesse jedes Jahr ein neues Kapitel voller Erlebnisse. Für andere ist sie ein Ort, an dem Erinnerungen lebendig bleiben und alte Freundschaften gepflegt werden.
Und vielleicht ist genau das das größte Geschenk, das die Ipfmesse ihren Menschen jedes Jahr aufs Neue macht.


